Mit Rucksack und grossem Koffer fuhr ich heute mit den ÖV‘s nach Schwarzsee. Im Gepäck natürlich wieder mein Trocknungsnetz für Kräuter und meine Reiseapotheke. Neu dabei mein Licoli und meine Essigmutter. Ich habe damit ein paar Projekte vor. Mal schauen wieviel Energie dafür bleibt. Das Wetter spielt gerade nicht mit. Eigentlich war der Plan, einen gemütlichen Tag am See zu verbringen. Nun habe ich umdisponiert. Verbringe den Tag am Berg und versuche einen Überblick über die Bergregion zu gewinnen. Um 18:00 Uhr werde ich dann bei der Talstation abgeholt.

Der Abholservice hat wunderbar geklappt. Nach einer abenteuerlichen Fahrt kam ich sicher in Cerniets an. Wunderbarer Empfang mit feinem Nachtessen und danach gabs ein Alphornkonzert mit
Fahnenschwingern. Mein Herz geht auf. Am Abend dann noch nette Gespräche mit Gästen und den Almwirten und einrichten meines Zimmers.
Die erste Nacht schlief ich bescheiden aber das ist immer so.

1. Tag Einweisung ins Käsen
Um 6:30 höre ich den Hahn krähen. Also stehe ich auf. Die Almwirte sind natürlich schon auf und am arbeiten. Sobald die Kühe und Geissen gemolken sind geht es los mit dem Käse herstellen. Ich
werde gleich in alles mit einbezogen, und mir schwirrt ein wenig der Kopf. Es ist enorm spannend, wie man Käse mit so wenig Platz macht und dann gleich noch zwei Sorten. Einmal machen wir heute
Raclettekäse und einen Geissenfrischkäse. Zwischendurch bleibt mir Zeit zum Ansetzen eines Molkeessigs und auch mein Licoli ist frisch gefüttert. Meine erste Erkundungstour führt mich durch sehr
schöne Alpwiesen mit viel Artenvielfalt. Ich habe schon die ersten Kräuter zum Sammeln gesichtet.
Auch gibt es hier das schmalblättrige Weidenröschen welches ich sicher noch fermentieren möchte.
Ui soviele Projekte. Ich freue mich auf die nächsten vier Wochen.
2. Tag Unfall und liebe Helfer
Der Tag heute startete verregnet und so haben wir viele Indoorarbeiten gemacht. Es waren zwei grosse Gruppen zum Mittagessen angemeldet, die Übernachtungsgäste bekamen noch Frühstück, nebenbei
wurdeKäse hergestellt.
So viel los in dieser kleinen Küche, sehr herausfordernd für mich. Die schweren Milchkannen, die Gewichte für de Käse und auch die grossen Töpfe die immer im Einsatz sind bringen mich an meine
körperlichen Grenzen.
Zum Mittagessen kam der Älpler mit einer Schnittverletzung nach Hause, er hat sich mit dem Beil in die Hand gehackt. Nach dem Essen haben wir es näher angeschaut und ihn zum Arztbesuch
verdonnert. Da fällt eine wichtige Kraft aus. Und, wer fährt ihn nach unten in den Ort? Es regelt sich alles wie von Zauberhand, Gäste nehmen ihn mit nach unten und zwei Helfer kommen von unten
nach oben. Diese übernehmen nun das Melken und Misten. Dieser Zusammenhalt rührt mich sehr. Das gefällt mir.
Am frühen Nachmittag kam dann doch noch die Sonne zu Besuch, so habe ich eine der feinen Glace probiert. Ich sage euch die können süchtig machen. Diese werden jeweils am Wochenende von einem
Freund hier vor Ort hergestellt. Jetzt am Abend geniesse ich die Ruhe und das Gebimmel der Glocken. Nach so einem Tag ist das eine Wohltat.
Ich konnte mir auch noch ein paar Worte merken
Poteger = der grosse Holzofen in der Küche
Richterli = Siebli es richtet das Gute vom Schlechten
lösen = Wasser ableeren
Brägu=Rösti
Häpere=Kartoffeln
Tag 3 Sauerteigbrot im Holzofen
Der Tag heute begann mit einem wunderschönen Sonnenaufgang um 5:45 Uhr. Wie jeden Tag wurde auch heute erst der Käse hergestellt. Ich durfte mich das erste Mal mit der Käseharfe probieren. Das
ist gar nicht so einfach aber mit Hilfe der routinierten Älplerin war es dann am Ende so wie es sein muss. Beim Käse wenden stelle ich mich dafür schon besser an.
Nach dem Frühstück war Zeit um einen Sauerteig für ein Brot anzusetzen. Dieses soll am Abend im Pizzaofen gebacken werden. Hoffentlich wird das was. Wir alle haben das noch nie gemacht. Mit zwei
der Ferienkindern ging ich noch zum Kräuter sammeln. Wir haben uns auf Schafgarbe und Silbermänteli konzentriert und auch genug für einen feinen Tee gefunden. Seine eigentliche Bestimmung findet
der Tee bei der Hündin Aika die es gerade fürchterlich juckt. Der Tee in eine Sprayflasche gefüllt wird sie damit mehrmals täglich eingesprüht. Zum Mittagessen kamen dann noch ein paar Gäste die
natürlich fürstlich bewirtet wurden. Nach dem Mittagessen habe ich den Pizzaofen eingeheizt. Nach zwei Stunden einfeuern habe ich es gewagt. Leider war das zu wenig Hitze und das Brot wurde nicht
gar. So habe ich es dann im Poteger in der Küche, welcher ja auch mit Feuer geheizt wird , fertig gebacken. Das Aussehen hat schwer gelitten und die Kruste war eher Zwieback, aber der
Geschmack war super. Wer nicht wagt der nicht gewinnt und so probiere ich es nächste Woche noch einmal.
Tag 4 Schatzkammer besichtigen
Der Tag startet mit blauem Himmel.
Am Frühstückstisch sitzen 13 Personen. Es ist wunderbar sich auszutauschen. Es wird über Tagespläne, Dialekte und mein Sauerteigprojekt geredet. Wir haben es zum Frühstück serviert und es kam gut
an. Geschnitten sieht man ja nicht dass das Brot keine Schönheit war. Nach dem Abwasch wird noch der Käse fertig gemacht. Es ist also eine Kunst alles im Überblick zu haben.
Dann durfte ich mit auf die andere Alm. Wir mussten hier im Käsekeller Platz schaffen, die kamen in die grosse Schatzkammer auf der andern Alp. So habe ich gleich noch etwas von der Gegend
gesehen und ein paar Nachbarn kennengelernt. Nachbarschaftspflege und Zusammenhalt wird auch hier gross geschrieben. Ein paar gereifte Mutschli und Raclettekäse durften für den Verkauf mit
uns zurück fahren. Am Nachmittag kam dann ein Gewitter und somit hatten wir keine Gäste.
Rään = Regen
rääned = es regent
Häpböri= Erdbeeren
Hettenii= Blaubeeri
Hüntenii= Himbeeri
scheiche= schenken
Bää= Beine
Uslöse= ausleeren
sChrut= Gras
Tag 5
Aufstehen mit dem krähen des Hahns. Heute durfte ich da serste Mal alleine Käsen mit der Option zum Rückfragen, das war sehr beruhigend. Da wenig Gäste da waren haben wir für uns ein wunderbares Menu in Teamwork gezaubert. Auf dem Plan standen selbstgemachte, mit Gemüse und Ziger, gefüllte Ravioli, Zucchinigemüse und ein Wildkräutersalat. Der Wildkräutersalat war mein Part. Dafür habe ich Thymian, Hopfenklee, Breitwegerich, Herbstlöwenzahnblüten und Blätter, Margarithen- und Gänseblümchenblüten, Rotklee und ein wenig Fichtenspitzen gesammelt. Auch hatten wir vorne weg ein kleines Apero-Plättli mit frittierten Salbeiblättern, Ziger- und Olivenbrötchen. Zum Dessert gab es Frozen Jogurt mit Beeren und Crumble. Nach dem Essen und Abwaschen war etwas Zeit zum Wandern so habe ich eine wunderschöne Runde gemacht, die Flora und die Aussicht genossen. Danach nochmal Käse kehren und Käseschmieren. Ein kurzer Besuch bei den neun jungen Hunden.
Salbina- Salbei
Hune- Hunde
kane- bereitmachen
Tag 6 Gewitter /Blitzeinschlag und Stromausfall
Gestern Abend zog noch ein heftiges Gewitter über uns vorüber. Ein Blitz gefolgt von einem ohrenbetäubend Donner hat ganz in der Nähe eingeschlagen, mit folgen für die Alm. Sofort war der
Strom weg. Der Wechsler ist durchgeschmoren. Sofort hat die Älplerin den Stromer angerufen. Gott sei Dank haben sie einen Generator. Der konnte dann heute Morgen für Strom sorgen. Zum Frühstück
gab es leckeres Heidelbeerjogurth. Und schon im laufe des Morgens kam der Elektriker nach oben und schaute sich die Bescherung an. Nun wird das Ersatzteil bestellt und hoffentlich noch vor dem
Freitag, dem grossen Openair -Kinoanlass, eingebaut. Ich hatte heute Morgen meine Hauptprobe im Käse machen, denn morgen ist die Älplerin weg, dann bin ich ganz alleine verantwortlich, der Älpler
ist schon noch da, aber der hat ja andere Arbeit, hoffentlich klappt alles. Ich bin ein wenig nervös .Nach dem Käse machen hatte ich Zeit um auf die Pirsch zu gehen. Ich habe Wiesenkümmel,
Thymian, Silbermänteli, Schafgarbe und Frauenmantel gesammelt. Den Kümmel und die Schafgarbe sowie den Thymian haben wir dann beim Mittagessen über die Kartoffeln gestreut. Zum Dessert gabs noch
ein Honigkleeeis mit wilder Beerensauce, Merengue und Rahm.
Nach dem Mittagessen noch mehr Zeit zum sammeln und so ging ich noch zum Häpbeeri (Erdbeeren) und Heetene (Heidelbeeri) sammeln und Weidenröschen für mein nächstes Projekt den fermentierten
Weidenröschentee.
Am Abend werde ich noch den Käse schmieren. Und natürlich wird immer viel Geschirr gewaschen, alle Käserutensilien gewaschen und noch vieles mehr.
Dummerli - kleiner Anhänger
Tag 7
Heute ist eine Woche vorbei. Die Älplerin ist gestern Abend zum Waschen und Einkaufen ins Tal gefahren. Das heisst heute Käse ich, bei Rückfragen ist der Älpler da. Es ist immer noch
herausfordernd, aber mit meinen Notizen geht es. Zum Mittagessen habe ich einen Salat mit Weidenröschenblüten und Sauerklee gemacht und dazu eine Linsenpfanne mit Gemüse und gutem Heinrich
überbacken mit bestem Alpkäse.
Gut war ich etwas früher fertig, denn mit der Sonne kamen auch die ersten Gäste zum Essen. Es ist hier alles extrem preiswert, und alles frisch gekocht. Ich finde das bemerkenswert und es ist
offensichtlich das Geheimnis dieser Alp, deshalb hat es hier immer viele Gäste und auch viele Einheimische. Am Abend habe ich noch eine Runde gemacht und habe sogar eine Gämse gesehen.
Guggelisturz -Bürzelbaum
kanne - bereit machen
Tag 8 Gratwanderung Alp Cerniets / Patronflon / Schopfenspitz
Gestern Abend hatte ich das Abendessen für 5 Leute vorbereitet am Ende sassen 10 Personen am Tisch, da musste ich ziemlich improvisieren damit alle satt wurden. Aber es war so schön, es hat den
Leuten geschmeckt und einige wollten das Rezept für den Linsen-Reissalat mit Zuchhini. Alle haben kundgetan wie gut es schmeckt so macht Kochen Spass. Heute hat mich blauer Himmel begrüsst, so
habe ich gefragt ob ich nach dem Käsen, frei haben könnte. Da viele Helfer da sind war das überhaupt kein Problem. So habe ich mich um 10:00 Uhr auf den Weg gemacht. Über Bremingard zum Patroflon
und weiter zum Schopfenspitz dann wieder zum Alpi. Es war paradiesisch und ich habe viele Kräuter gesammelt. Auf dem Rückweg hatte ich ein sehr nettes informatives Gespräch mit einem
Schafhirten. Ich habe ihn ein wenig nach seinen Herdenschutzhunden gefragt. Also für ALLE: Richtiges Verhalten wenn ihr durch eine Weide mit Herdenschutzhunden geht und sie auf euch zu rennen und
euch anbellen. Ruhig bleiben, stehen bleiben nicht mit Stecken fuchteln warten bis sie euch als keine Gefahr sehen und von alleine wieder weg gehen. Nicht direkt anschauen und Sonnenbrillen
abziehen. Nicht mit ihnen sprechen. Erst weiter gehen wenn sie weg sind.
Dieser Hirte hier der zaunt den Wanderweg sogar aus. Der nimmt einen riesen Aufwand auf sich, aber es sind nicht alle Hirten so.
An Kräuter habe ich heute folgende gesammelt: Johanniskraut, Wundklee, süsser Alpenklee, guter Heinrich, grosse Bibernelle, Frauenmantel, Schafgarbe, Wiesenbärenklausamen und Blacken. Den süssen
Alpenklee streue ich heute übers Birchermüsli, die Blacken werden morgen gefüllt und der gute Heinrich wird zu Spinat.
Mürggel- Anschnitt vom Brot
Tag 9 Vorbereitungen fürs Openairkino
Am heutigen Tag regnet es. Am Nachmittag dann ein trockenes Wetterfenster,ideal um alle Zelte zu stellen. Das Fest wird in den Stall verschoben. Heisst alles waschen und
bereitstellen.
Ich habe nach dem Käsen den Zmittag vorbereitet. Es gab ein typisches Alpessen. Nanbrot mit Wirz- Lauch- Gemüse dazu Humus und Salat. Für 12 Personen war das eine lange Aufgabe. Aber auch dieses
Essen hat fast allen geschmeckt und es wurden alle satt.
Den Abwasch haben die Ferienkinder übernommen. Von diesen habe ich euch noch gar nichts erzählt. Es hat hier immer mindestens zwei Ferienkinder die mithelfen und so den Alpbetrieb
hautnahkennenlernen. Typische Aufgaben für sie sind, Ziegen melken, Rinder, Kühe und Ziegen suchen und in den Stall bringen. Abwaschen, abtrocknen, Geisskäse machen und vieles mehr. Vor allem die
Teenager die schon viele Jahre im Sommer kommen sind eine grosse Hilfe.
Nach einer kurzen Pause habe ich mich schon wieder um das Nachtessen gekümmert. Es gibt gefüllte Blackenblätter und dazu Spätzli. Aber auch heute wieder viel mehr Personen am Tisch als gedacht.
Es gab ein paar ungläubige Blicke der Gäste als sie hörten, dass es Blackenblätter sind. Er ist ja Feind Nr. 1 für die Landwirte.
Vor dem Essen darf ich noch den Käse schmieren.
halbi achti Güggel- Teenager
Tag 10 Openaire Kino wird zum gedeckten Kino
Aber alles klappt wunderbar, in einer Ruhe werden alle Posten vorbereitet. Jeder findet seinen Platz. Ich habe alle Käse gemacht und in der Küche unterstützt. Am Abend sitze ich an der Kasse. Es gibt Pizza vom Holzofen, Chilli mit Brot, Älplermakkaronen, Kalbsbratwurst mit Brot. Trotz Wetter kommen einige Gäste und so wird es ein kurzweiliger Abend mit netten Gesprächen. Als alle Pizzen verkauft sind nutze ich noch die Restwärme zum Backen von zwei Sauerteigbroten. Dieses Mal wurden sie perfekt.
Übrigens mein Projekt Fermentierter Weidenröschen Tee ist auch gelungen. Ich sage euch diese Arbeit lohnt sich definitiv. Dieser Tee ist wunderbar aromatisch.
Tag 11 zweiter Tag Openairkino
Gestern waren wir schon zum Morgenessen 20 Personen. Alles Helfer für den Anlass. Da es aber am Abend zuvor bei den meisten sehr spät wurde war es am Tisch recht ruhig. Meine Aufgabe war das
Käsen und rund herum war ein gewussel. Rein, raus helfen hier und helfen da. Das Wetter hat es nicht gut mit uns gemeint und dementsprechend kamen nur wenig Gäste. Nebst dem Kino spielte noch
eine Liveband und alles in allem war die Stimmung super. Da ich am Nachmittag nicht soviel zu tun hatte habe ich noch Zimtschnecken aus Sauerteig vorbereitet und ein Brot um die Hitze des
Pizzaofens nochmal auszunutzen.
Da aber weniger Pizzas verkauft wurden hatte es noch viel vorigen Teig den wir kurzerhand zu Broten formten. So wurde es dann noch eine Backaktion bis tief in die Nacht. Es war schon stockfinster
als wir fertig wurden und alles ist super gelungen.
Zwischendurch machten wir noch ein Mannschaftsfoto mit den super coolen Alplogo-Shirts.
Tag 12 Aufräumen
Alles hat ein Ende. So auch das Openairekino. Zum Frühstück wieder über 20 Personen, Helfer, Band und Gäste. Wie nun schon jeden Morgen darf ich mich um den Käse kümmern. Es gibt noch einmal
Hobelkäse.Immer wieder fällt der Strom aus, irgendetwas mit dem neuen Wechsler stimmt noch nicht. Der Elektriker muss wohl noch einmal hoch kommen. Nach dem Frühstück gibt es zwei Gruppen. Eine
baut die Zelte und Planen ab und verräumt alles, die andere kümmert sich um das leibliche Wohl. So gibt es wieder einmal ein leckeres Menu. Speck vom Feuer oder Vegiburger dazu Kartoffelgratin
und Salat und zum Dessert meine Zimtschnecken und einen Ananaskuchen.
Nach dem Mittagessen ist grosse Aufbruchstimmung und so sind wir dann nur noch 7 Personen.
Mein erster Hobelkäse trägt die Nr. 052, ich finde er ist ganz schön geworden. Der Güggel und ich haben regelmässig ein Techtelmechtel. Er beschützt seine Hühner sehr gut. So gehe ich ihm wenn
immer möglich aus dem Weg. Aber er ist ein schöner und stolzer Güggel.
Dachbett- Duvet
Tag 13 Pilze suchen
Schon die ganze Nacht hat es geregnet. Auch am Morgen und am Nachmittag. Sogab es für mich zuerst Schermenarbeit. Zuerst den Käse machen, dann Marillenconfi vorbereiten und zum zMittag haben wir
Lasagne mit Fleisch oder Vegi und beide mit frischem selbstgemachten Teig gekocht. Um zehn Uhr gingen wir zu viert in die Pilze. Wir haben Eierschwämme und Steinpilze gefunden. Nach 2 Stunden
waren wir nass bis auf die Unterhosen und machten uns auf den Heimweg um gerade richtig zur absolut leckersten Lasagne zu kommen. Am Nachmittag hiess es dann Pilze putzen und rüsten und gleich
schon mal anbraten. Die Älplerin ist wieder ins Tal gefahren und so koche ich heute für 8 Personen und morgen für mindesten 10 Personen.
Ich hoffe nun auf besseres Wetter, denn die Himbeeren sind reif und ich würde gerne noch ein paar sammeln.
Trütsche -Zopf
Tag 14
Die Nacht war bitter kalt 3 Grad, ich musste mitten in der Nacht aufstehen und mir eine Bettflasche machen so kalt hatte ich. Der Morgen startete dann um so schöner mit blauem Himmel. So haben
wir heute natürlich die Terrasse bereit gemacht. Am Morgen Raclettekäse, Geisskäse und Ziger gemacht, zMorge für 8 Personen gerichtet. Herausfordernd am Morgen, ist der Platz auf dem Holzherd.
Wir brauchen sehr viel heisses Wasser zum Käse machen, Milchgeschirr waschen und natürlich soll um 7:00 Uhr warme Milch und heisses Wasser für Kaffee auf dem Tisch stehen.
Nach dem Frühstück kamen die ersten Gäste zum Kaffee. Ich kümmerte mich ums Mittagessen. Mit den Pilzen die wir gestern gesammelt haben, habe ich Pilzschnitten gemacht und für die zwei die keine
Pilze mögen gabs Vegiburger und Nudelsalat. Pünktlich zum Mittagessen, fanden sich viele Gäste ein. Brägel (Rösti) mit Wurst mit Raclettekäse oder natur und Fondue wurde bestellt.
Danach natürlich viel Geschirr für den Abwasch.
Und schon muss ich wieder ans Nachtessen denken. Heute gabs Restensuppe und Mirabellenkuchen.
Das sind wahnsinns lange Tage und Pause bleibt fast keine.
Gussle - Schwein
Bricket- Feuerzeug
Tag 15 Wandertag
Wunderschöner blauer Himmel begrüsst mich am Morgen und da wieder sehr viele Ferienkinder hier sind die helfen können, konnte ich mich nach dem Käsen wieder auf eine Wandertour begeben. So ging
ich um 10:15 los Richtung Fuchsenfluh. Es war sehr rutschig aber langsamen Schrittes kam ich ganz oben an. Auf dem Weg nach oben sah ich noch Gemsen mit zwei Kids. Die Aussicht auch hier
wundervoll in die Berner Alpen. Da ich ungern den gleichen rutschigen, steilen Weg zurück wollte ging ich auf der anderen Seite wieder hinunter Richtung Euschels und lief dann über den Höhenweg
zurück nach Alp Cerniets. Das war eine nette Tour und dauerte mit Pause etwa 4,5 Stunden. Es gibt noch ein paar Gipfel zu erklimmen.
kalte-verstecke
Tag 16 Himbeeren sammeln
Bewölkter Himmel begrüsst uns heute. Aber es soll schön werden, deshalb wird nach dem Käse herstellen die Terasse geputzt. Kaum fertig kommen auch schon die ersten Wanderer für einen
Kaffeehalt. Um 11:00 Uhr gehen wir zu 5. in die Himbeeren. Sie sind so hoch, dass unser kleinstes Ferienkind darin verschwindet. Es hat so viele, dass unsere Tuttelis ( Boxen) ruck zuck gefüllt
sind. Ich ernte gleich noch Bergholunder welcher dann zu Hause zu Saft verarbeitet wird. Pünktlich zum zMittag sind wir zurück und sitzen zu 11. am Tisch und geniessen ein leckeres Riz
Casimir.
Nach dem Abwasch und Käse kehren, habe ich noch eine Tour quer Feld ein unternommen und noch roten Holunder und Hetene ( Blaubeeri) gesammelt. Beim nach Hause kommen, dann wieder ein
Techtelmechtel mit dem angriffigen Hahn. Die Welpen werden nun zugefüttert, das ist auch schon eine grosse Aufgabe bis alle neun etwas hatten.
Fagettezytli-Taschenuhr
Tag 17 grosse Abreise
Parasol- Schirm
Tag 18 Gewitter
Morgens um halb fünf erwache ich weil das ganze Haus zittert. Es hat die ganze Nacht wie aus Eimern geregnet und nun am Morgen noch eine heftige Gewitterzelle mit nahen Blitzeinschlägen. Wieder
geht der Wechsler nicht mehr und somit sind wir wieder froh um den Generator. Da alle Helfer weg sind unterstützt die Älplerin beim Melchen und ich darf Indoor arbeiten. Also anfangen mit Käse
machen und Frühstück tischen. Nach dem Frühstück gehe ich mit meinem Mann die Rinder suchen damit wir sie in den Stall treiben können. Das war bei diesem Regen eine lang dauernde Aufgabe. Zuerst
suchen wir Bergli auf und ab und dann treiben. Diese Teenager wollten nicht so wie wir so haben wir einen extra langen Weg gemacht. Aber am Ende waren dann alle im Stall.
Danach haben wir den Geisskäse abgefüllt und Pizza zum zMittag gebacken. Als Dessert gabs noch einen Pflaumenkuchen.
Zur feier des Tages darf ich um vier Uhr noch den Stall misten und die Geissen melchen.
Fagettezytli- Taschenuhr
Tag 19 Sonnenaufgangtour
Nach einer sternenklaren Nacht machen ich und mein Mann, der gerade zu Besuch ist, uns auf den Weg zu einer Sonnenaufgangstour auf die Schopfenspitze. Bewaffnet mit einer Stirnlampe geht es um
Halb drei Uhr im stockdunkeln und unheimlicher Stille los. Hie und da hört man eine Kuhglocke aber sonst absolut nichts. 600 Höhenmeter in steilstem und rutschigem Gelände liegen vor uns. Je
höher wir kommen um so eisiger wird es, wir können Atemwolken machen. Oben angekommen müssen wir alles anziehen was wir dabei haben und zum Schluss brauche ich noch diese Silber Notfalldecke.
Dann hüpfen wir auf der Stelle um nicht ganz auszukühlen. Wir sind noch etwa 30 Minuten zu früh und so reden wir über dies und das um uns abzulenken. Dann geht das Spektakel los. Es ist
atemberaubend zu sehen wie sich der Himmel orange färbt und die Welt rundherum erwacht. Immer noch ein Bergmassiv mehr wird sichtbar und endlich hört man auch die ersten Vögel zwitschern. Um 5:45
Uhr machen wir uns wieder auf den Rückweg. Schön langsam Schritt für Schritt und um 7:30 Uhr sitzen wir in der warmen Alphütte am Frühstückstisch und trinken endlich den lang ersehnten heissen
Kaffee. Zum zMittag gabs einen wunderbaren Gemüsegratin und zum Dessert aus den selbst gesuchten Himbeeren ein feines Glace mit Jogurt und Feigen.
Da es schönes Wetter war, kamen sehr viele Gäste, das bedeutet viel Arbeit mit kochen und Geschirr waschen, Käse verkaufen und darüber die tägliche Arbeit nicht vergessen. Geisskäse fertig
machen, Käse kehren und schmieren, Stall misten und melken der Geissen und Kühe.
Tag 20 Welpensuche
Die Nacht war mit 5 Grad wieder kalt. Der Morgen dann um so schöner mit stahlblauem Himmel. Meine letzte Woche startet jetzt. Käse machen Mittagessen vorbereiten. Eigentlich sollte der Elektriker
mit einem neuen Wechsler hoch kommen und uns noch Brot bringen. Leider ist dieses Modell nicht vorrätig und muss bestellt werden. So kommt er nicht auf die Alp und wir müssen spontan schnell 2kg
Brotbacken.
Zum Mittagessen wieder zwei Personen mehr am Tisch als geplant, aber ich koche nun sowieso immer mehr. Am Nachmittag dürfen die jungen Hunde ( grosse schweizer Sennen) wieder mal nach draussen in
ihre Hundehütte. Es wird kurzerhand eine Rampe gebaut , damit sie selber rein und raus können. Das ist für die kleinen noch eine Mutprobe, aber sie sind agil und neugierig und so schaffen sie es.
Damit sie es ein wenig einfacher haben, wurde noch eine Decke auf die Rampe gelegt damit sie weniger rutschen. Am Nachmittag empfangen sie Besuch von einem Huhn, dass die Welpen dann für
langweilig hält und schon bald friedlich die Hütte wieder verlässt.
Am Abend dann grosse Aufregung: Ein Welpen fehlt. Also grosse Suchaktion bis wir es dann unter der Hundehütte wohlbehalten gefunden haben. Ach ja was ich euch noch sagen wollte das jucken der
Hündin haben wir nun mit Johanniskrautöl im Griff.
Um fünf geht die Älplerin ins Tal, ich koche und backe und für den Abend haben sich noch sechs Gäste zum Essen angemeldet, aber das ist sicher kein Problem denn es sind hier alle sehr
entspannt.
Buddle - Welpen

Tag 21
Strahelnd blauer Himmel erwartet mich am Morgen. Die Älplerin ist im Tal und so mache ich den Käse und das Mittagessen. Heute gibt es Reis mit Linsenauflauf und Salat. Über Mittag finden sich ein
paar Gäste ein, die alle Brägel (Rösti) essen möchten. So wird die Mittagspause kurz und der Platz auf dem Herd knapp. Das ist schon eine Herausforderung. Es gibt auch verschiedene Kombis. Rösti
mit Zwiebel oder mit Käse, mit Schweinswürsten oder mit Spiegeleiern.
Dann ein paar Touristen ohne Bargeld, da gibt es bei uns nichts. Denn wie schon erwähnt der Empfang hier oben ist nicht stabil. Also heisst es nur Bares ist Wahres. Damit ich hier für den Blog
jeweils Bilder hochladen kann, muss ich etwa 15 Minuten wandern für eine 5G Verbindung. Am Nachmittag wird der Käse gewendet und die Geisskäsli fertig gemacht sowie der Ziger abgepackt. Der
Güggel und ein Huhn geben am Nachmittag ein Duett und etwa 5 Minuten später kommt die ganze Hühnerschar und sie wandern gemeinsam an einen anderen Ort. Am Nachmittag ist es ruhig da Regen
angesagt ist. So bleibt Zeit zum WC und Fenster putzen.
Zum Abendessen gibt es Flammkuchen und natürlich wieder mehr Personen am Tisch als gerechnet.
tuufe -öffnen
Tag 22 Himbeeren
Mollige 10 Grad heute Morgen und klarer Himmel begrüssen mich. Day as usual. Käse machen, zwischendurch Frühstücken, um 10 Uhr gehe ich für zwei Stunden in die Himbeeren, sammle gleich noch
Vogelbeeren für ein Mus und ein wenig Sauerampfer als Topping für den Reis Linsensalat.
Ein paar Gäste wollen bewirtet werden. Da es heute heiss ist braucht es mehr Älplerteller als Rösti. Nach dem Mittagessen füttern wir die neun süssen Welpen. Diesen könnte ich stundenlang
zuschauen. Um 16:00 Uhr kommt mein Sohn zu Besuch und nach einem Glace geht er gleich mit in den Stall zum Misten. Denn heute ist nur ein Helfer im Einsatz.
Zum Abendessen gibt es Würste vom Feuer und Vegiburger mit Brot. Nach dem Essen sitzen wir noch lange am Feuer und schmeissen grosse Stücke Holz ins Feuer. Es war so schön. Unser 1. August Feuer
am 6. August.
Ajele- streichle
Tag 23 Bergtour
Das war die erste milde Nacht. So brauchte ich mal keine Bettflasche und hatte es wohlig warm. Ein Ferienkind hatte hohes Fieber und wohl wilde Fieberträume so bin ich mitten in der Nacht
aufgestanden und habe der Mutter alles bereit gemacht für Essigsocken. Leider ging es ihm am Morgen noch nicht besser und so entschieden sie sich nach Hause zu fahren. Trotz ausfallender Hilfe
durften mein Sohn und ich auf eine Bergtour gehen. Wir entschieden uns für die Spitzfluh. Ein blau weiss ausgeschilderter Bergweg der auch wirklich so einer war. Kurze Kletterpassagen und am
Schluss noch eine Leiter, dazwischen immer wieder kurze Gratwanderungen brachten mich zum schwitzen. Oben angekommen sassen da schon sechs Personen, so haben wir gefragt wo sie wieder nach unten
laufen. Einer der Personen erklärte sich bereit uns vor zu gehen. Da waren wir sehr dankbar. Und dann plötzlich überall Edelweiss. Ein Paradies so viele auf einmal habe ich noch nie gesehen. Auf
einem Sattel machten wir eine kurze Pause und sahen in den Himmel. Welch Überraschung da sehe ich zum ersten Mal die Gänsegeier, 10 Stück am Himmel.
Weiter unten sehen wir noch eine Gämse und nach 3 Stunden sind wir wieder auf der Alp. Genau richtig zum zMittag. Zum Essen sehr viele Wanderer mit den unterschiedlichsten Wünschen. Aber alle
glücklich, dass es endlich schönes stabiles Wetter ist.
Ein weisses Huhn macht sich eine Kuhle in der Asche vom Abend zuvor und verwandelt sich in ein graues Huhn. Zum zweitletzten Mal Käse schmieren.
Am späten Nachmittag darf ich dann zum Abschied noch einem Alphornkonzert zuhören, dass war wunderschön. Die kleinen Welpen haben teilweise mit gesungen. Zum Schluss noch einmal Welpen suchen,
der Lieblingsplatz von einigen ist mitten unter der Hundehütte , als sie wieder vollzählig sind, werden sie noch einmal gefüttert.
Schwürrä- dünner Zaunpfahl
Tag 24 Kühe in den Stall treiben
Auch 24 Tage Alparbeit gehen zu Ende. Heute gibt es ein Hitzetag. Den ersten seit ich hier bin. Ich darf heute noch einen Hobelkäse machen und natürlich Geissenfrischkäse und den Ziger.
Zwischendurch gehe ich mit meinem Sohn einen Teil der Kühe reintreiben. Das ist bedeutend schöner bei Sonnenschein als bei strömendem Regen. Die Welpen werden nun immer mutiger. Zweimal täglich
werden sie von uns gefüttert und sie brauchen fast täglich mehr Futter. Es ist so süss zum schauen wenn sie Besuch von Hühnern oder Ziegen bekommen. Mittlerweile sind sie mutig und gehen auf die
Hühner zu, bis diese freiwillig zurück weichen.
Am Nachmittag haben wir die Käsebestellungen gerichtet die ich morgen mit nach Hause nehme. Das waren etwa 2 Stunden Arbeit. Am Abend dann noch ein letztes Mal beim Stallmisten
helfen.
Dies ist nun der letzte Eintrag. Mein Fazit. Wer arbeiten will kann es sofort in Angriff nehmen, auf einer Alp zu helfen. Es gibt für jeden Arbeit. Mit der Vermittlung Bergversetzer habe ich sehr
gute Erfahrungen gemacht. Alle Menschen die ich in diesen 2 Projekten kennen gelernt habe waren herzliche, bodenständige Leute die für jede Hilfe sehr dankbar waren. Körperlich wurde ich nie
überfordert, klar merke ich Muskelgruppen die ich sonst nicht spüre, aber das ist ja auch gut so. Ich nehme nur positive Erinnerungen mit nach Hause. Ich bin reich beschenkt mit wundervollen
Begegnungen und Erfahrungen.
guchele- Seich mache
Pengul- Chele/ Stäcke
